Zwei Raben

Zwei Raben - Tusche/Feder auf Papier - 30x21 cm - 7.2.2012

One Response to “Zwei Raben”

  • Abi Says:

    Lieber Peter ,
    du hast unseren Zeitgeist in diesem Bilde wunderbar prägnant eingefangen.Des Rabben ‘Geist’ überhaupt einfangen zu können ist ein Unterfangen das vieles von des Künstlers Seele abverlangt.

    Beste Grüße,
    Abi

    Der Rabe

    Einst, um eine Mittnacht graulich, da ich trübe sann und traulich
    müde über manchem alten Folio lang vergess’ner Lehr’-
    da der Schlaf schon kam gekrochen, scholl auf einmal leis ein Pochen,
    gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte, von der Türe her.
    “‘s ist Besuch wohl”, murrt’ ich, “was da pocht so knöchern zu mir her -
    das allein – nichts weiter mehr.

    “Sei denn dies dein Abschiedszeichen”, schrie ich, “Unhold ohnegleichen!
    Hebe dich hinweg und kehre stracks zurück in Plutos Sphär’!
    Keiner einz’gen Feder Schwärze bleibe hier, dem finstern Scherze
    Zeugnis! Laß mit meinem Schmerze mich allein!- hinweg dich scher!
    Friß nicht länger mir am Leben! Pack dich! Fort! Hinweg dich scher!”
    Sprach der Rabe, “Nimmermehr.”

    Und der Rabe rührt’ sich nimmer, sitzt noch immer, sitzt noch immer
    auf der bleichen Pallas-Büste überm Türsims wie vorher;
    und in seinen Augenhöhlen eines Dämons Träume schwelen,
    und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
    und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer
    meine Seele – nimmermehr.

    Edgar Allan Poe